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Lebensmittelvorrat anlegen: 72 Stunden, 14 Tage, 3 Monate – was, wie viel, wie lagern

Regale mit ordentlich gestapelten Vorräten – Konserven, Gläser, Trockenwaren

Ein Lebensmittelvorrat ist keine Frage des Vertrauens in den Staat oder des Misstrauens gegenüber der Gesellschaft. Er ist dasselbe wie eine Hausratversicherung: Du hoffst, ihn nie zu brauchen, und bist froh, wenn du ihn hast.

Der häufigste Fehler beim Aufbau: keine konkreten Mengenangaben. Man kauft „etwas mehr" ein, weiß aber nie, ob es für drei Tage oder drei Wochen reicht. Dieser Artikel beantwortet das mit Zahlen.


# Die drei Zeithorizonte

Dauer Szenario Aufwand
72 Stunden Sturm, Stromausfall, kurzfristiger Lieferausfall Ein Nachmittag, ~30–50 €
14 Tage Langanhaltender Blackout, Pandemie-Anfangsphase, Quarantäne Ein Wochenende, ~80–150 €
3 Monate Schwere Versorgungskrise, Jobverlust, längere Selbstisolation Mehrere Wochen, ~300–500 €

Fang mit 72 Stunden an. Dann 14 Tage. 3 Monate ist ein langfristiges Ziel, kein Einstieg.


# Wie viel braucht ein Mensch?

Grundlage für alle Mengenberechnungen: Kalorien pro Tag, je nach Alter und Geschlecht.

Person Kalorien/Tag (Grundbedarf, wenig Aktivität)
Erwachsener Mann ~2.200 kcal
Erwachsene Frau ~1.800 kcal
Kind unter 6 Jahren ~1.200 kcal
Kind 6–12 Jahre ~1.600 kcal
Teenager ~2.200 kcal

Im Notfall sinkt der Kalorienbedarf etwas (weniger Bewegung), aber Kälte, Stress und körperliche Arbeit erhöhen ihn. 2.000 kcal pro Erwachsenem ist ein realistischer Planungswert.

# Makros: Was der Körper wirklich braucht

Ein einfaches Verteilungsschema für 2.000 kcal/Tag:

Makro Menge/Tag Beste Vorrats-Quellen
Kohlenhydrate ~250 g Pasta, Reis, Haferflocken, Mehl
Protein ~60–75 g Hülsenfrüchte, Thunfisch, Sardinen, getrocknetes Fleisch
Fett ~70–85 g Kokosöl, Nüsse, Erdnussbutter, Olivenöl

Vollständige Vitamin- und Mineralstoffversorgung ist bei Kurzzeit-Notfallernährung (bis 2 Wochen) kein kritisches Problem. Ab 4 Wochen lohnen sich Multivitaminpräparate als Ergänzung.


# Mengenübersicht: Vorrat für eine erwachsene Person

# 72 Stunden (3 Tage)

Kategorie Menge Beispiele
Getreide/Stärke 600 g Pasta, Reis, Couscous, Haferflocken
Protein 3–4 Konserven Thunfisch, Linsen, Bohnen, Sardinen
Fett/Energie 200 g Nüsse, Erdnussbutter
Öl 100 ml Kokosöl, Olivenöl
Komfort nach Bedarf Schokolade, Kaffee/Tee, Knäckebrot

Kalorien gesamt: ~6.000 kcal

# 14 Tage

Kategorie Menge Kalorien (ca.)
Reis 1,5 kg ~5.250 kcal
Pasta 1,5 kg ~5.250 kcal
Haferflocken 500 g ~1.750 kcal
Linsen/Kichererbsen (trocken) 1 kg ~3.500 kcal
Konserven (Gemüse, Fisch, Fleisch) 12–15 Stück ~3.000 kcal
Nüsse/Erdnussbutter 500 g ~3.000 kcal
Kokosöl 500 ml ~4.000 kcal
Mehl/Backzutaten 500 g ~1.750 kcal
Gesamt ~27.500 kcal

Bedarf: 14 × 2.000 kcal = 28.000 kcal. Die Lücke schließen Kleinigkeiten (Honig, Kekse, Schokolade).

# 3 Monate (90 Tage)

Mengen für eine erwachsene Person:

Kategorie Menge
Reis 8 kg
Pasta 7 kg
Haferflocken / Müsli 4 kg
Mehl 4 kg
Linsen, Bohnen, Kichererbsen (trocken) 6 kg
Konserven (Gemüse, Fisch, Fleisch) 60–70 Stück
Nüsse und Samen 3 kg
Kokosöl 3 L
Erdnussbutter 2 kg
Zucker / Honig 3 kg
Salz 1,5 kg
Kaffee / Tee 500 g

Für eine vierköpfige Familie (2 Erwachsene + 2 Kinder 6–12): Mengen mit Faktor ~3,6 multiplizieren (2 × 1,0 + 2 × 0,8).


# Die besten Lebensmittel für den Vorrat

Nicht alle haltbaren Lebensmittel sind gleich gut geeignet. Kriterien: langer MHD, hohe Kaloriendichte, vielseitig einsetzbar, kein oder kurzes Kochen nötig.

Klare Empfehlungen:

  • Reis – Jahrzehntelange Haltbarkeit in luftdichter Lagerung. Kalorienreich, sättigend, universell. Nachteil: braucht viel Wasser zum Kochen.
  • Pasta – MHD 3–5 Jahre, problemlos. Kocht schneller als Reis, weniger Wasser nötig.
  • Haferflocken – MHD 2–3 Jahre, lassen sich kalt einweichen (spart Kochen und Energie).
  • Linsen und Rote Linsen – Kochen in 15–20 Minuten ohne Einweichen. Hoher Proteingehalt, ~350 kcal/100g trocken.
  • Kichererbsen aus der Dose – keine Kochzeit, direkt essbar, komplett proteinhaltiges Lebensmittel.
  • Thunfisch und Sardinen in Dosen – vollständiges Protein, Omega-3, 5+ Jahre MHD. Direkt essbar.
  • Erdnussbutter – ~600 kcal/100g, ~18 Monate MHD, braucht kein Kochen. Einer der kalorienreichsten Vorräte im Verhältnis zum Preis.
  • Nüsse (Walnüsse, Mandeln, Cashews) – kalorienreich, fettlösliche Vitamine, 12–18 Monate MHD.
  • Trockenfrüchte (Datteln, Rosinen, Feigen, Pflaumen, Aprikosen) – lange haltbar (12–24 Monate), schnelle Energie, natürlicher Zucker. Datteln und Feigen liefern außerdem Ballaststoffe und Kalium. Gut als Snack ohne Zubereitung und als Süßungsmittel in Porridge oder Brei.
  • Müsli- und Proteinriegel – direkt essbar, kalorienreich, lange haltbar (6–18 Monate). Ideal für unterwegs oder als schneller Energieschub ohne Kochen. Qualität variiert stark – Riegel mit echten Zutaten (Nüsse, Haferflocken, getrocknete Früchte) bevorzugen, nicht solche mit vor allem Zucker.
  • Kokosöl – kalorienreichstes Lebensmittel überhaupt (~900 kcal/100ml), MHD 1–2 Jahre. Wichtiger Makronährstoff-Puffer.
  • Honig – nahezu unbegrenzt haltbar, wenn trocken gelagert. Zucker-Ersatz, mild antibakteriell.
  • Salz – unbegrenzt haltbar, unverzichtbar für Geschmack und Konservierung.

Weniger geeignet:

  • Vollkornprodukte mit hohem Fettanteil (Nussmehle, Vollkorncracker) – werden schnell ranzig
  • Selbst vakuumierte Trockenprodukte ohne Sauerstoffabsorber – hält kürzer als gedacht
  • Instant-Produkte mit vielen Additiven – MHD oft nur 1–2 Jahre

# Das Rotationsprinzip: FIFO

Der häufigste Fehler beim Vorrat: er vergammelt still im Schrank, weil niemand ihn anfasst. Die Lösung heißt FIFO – First In, First Out.

Prinzip: Neues hinten, Altes vorne. Was zuerst rein kommt, kommt zuerst raus.

Praktisch umgesetzt:

  • Jede Packung beim Kauf mit dem Kaufdatum beschriften (Edding).
  • Beim Nachkaufen: neue Packungen nach hinten, ältere nach vorne stellen.
  • Einmal im Jahr kurz durchsehen: Was läuft bald ab? Einkochen, verschenken oder verbrauchen.

Wichtiger Grundsatz: Der Vorrat sollte aus Lebensmitteln bestehen, die du auch im Alltag isst. Wer niemals Linsen kocht, wird sie im Notfall auch nicht essen wollen. Ein Vorrat, der dem Alltagskonsum entspricht, rotiert von selbst.


# Lagerung: Bedingungen und Standorte

Ideale Bedingungen für Trockenwaren:

  • Temperatur: 10–20 °C, möglichst konstant. Keine Hitze über 25 °C (beschleunigt Alterung) und keine Minusgrade (Konserven können platzen).
  • Dunkelheit: Licht (besonders UV) beschleunigt den Verfall von Fetten und Vitaminen.
  • Trockenheit: Luftfeuchtigkeit unter 60 %. Schimmel braucht Feuchtigkeit.
  • Keine Gerüche in der Nähe: Lebensmittel nehmen fremde Gerüche an (Waschmittel, Farben).

# Je nach Wohnsituation

WG / einzelnes Zimmer ohne eigene Küche: Wenig Platz, keine Kontrolle über Gemeinschaftsflächen. Lösung: unter dem Bett in flachen, luftdichten Kunststoffboxen (ideal: 6-L-Boxen, stapelbar), ein Regal im eigenen Zimmer, die oberen Schrankmeter nutzen. 72 Stunden passen problemlos in zwei Schuhkartongroße Boxen.

Wohnung ohne Abstellkammer: Schrankreihe im Flur, Küchenunterschränke (auf Mäuse achten – Metallboxen oder stabile Kunststoffbehälter), unter dem Bett, Schrank im Schlafzimmer. Priorität: kühle, dunkle Ecken – keine Heizungsnähe, kein Küchendunst.

Wohnung mit Abstellkammer: Ideal. Temperatur oft kühler als das Wohnzimmer, keine direkte Sonneneinstrahlung. Gut belüften. Ein einfaches Regal (IKEA IVAR oder ähnliches) in der Abstellkammer ist die beste Investition nach dem eigentlichen Vorrat.

Haus mit Keller: Der ideale Lagerort. Konstant kühl (12–16 °C), dunkel, gut tragbar. Wichtig: auf Feuchtigkeit achten – ein feuchter Keller verdirbt Kartons und Papierverpackungen schnell. Lebensmittel auf Paletten oder in geschlossenen Behältern lagern, nie direkt auf dem Boden.


# Notfallrationen: Fertig-Packs für die Reserve

Neben dem Alltagsvorrat gibt es eine zweite Kategorie: Fertigpakete mit extrem langer Haltbarkeit, die ausschließlich für den Notfall gedacht sind – nicht zum Rotieren.

Was sie bieten: MHD von 5 bis über 25 Jahren, kompakte Verpackung, kalorienoptimiert, oft gefriergetrocknet oder in Sauerstofffreier Verpackung.

Sinnvoller Einsatz: als Ergänzung, nicht als Ersatz. Ein 7-Tage-Notfallpaket im Keller als absolute Reserve, der Rest rotiert.

Worauf achten:

  • Kalorien pro Tag: Mindestens 1.500 kcal, besser 2.000 kcal für einen Erwachsenen.
  • Zubereitungsaufwand: Viele gefriergetrocknete Produkte brauchen heißes Wasser – ohne Strom bedeutet das Kochen.
  • Wasserverbrauch: Gefriergetrocknetes braucht zusätzliches Wasser zur Zubereitung.
  • Geschmack: Vor dem Kauf eine Testration probieren, wenn möglich.

Zwei bewährte Optionen:

Option 1: NRG-5 Notfallriegel – kein Kochen, kein Wasser, 5 Jahre MHD. Der Klassiker für den 72h-Rucksack und als kompakte Basisreserve.

NRG-5 Notfallriegel 9× 500 kcal (4.500 kcal)

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9 Riegel à 500 kcal, 5 Jahre MHD, kein Kochen nötig. Der Klassiker für den Notfallrucksack – kompakt, leicht, kaloriendicht.

Option 2: Tactical Foodpack – gefriergetrocknete Vollmahlzeiten mit 8+ Jahren MHD und wirklich gutem Geschmack. Nur kochendes Wasser nötig.

Tactical Foodpack Sixpack Oscar – 6 Mahlzeiten

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6 gefriergetrocknete Mahlzeiten à ~500 kcal, 8+ Jahre MHD. Nur kochendes Wasser nötig – lecker, sättigend, rucksacktauglich.

Wer langfristig plant (3 Monate+): Anbieter wie EFC / Emergency Food Center oder Survivalfood bieten mehrtägige Komplettpakete mit 15–25 Jahren MHD an.


# Kochen ohne Strom

Vorräte nützen wenig, wenn man Reis und Pasta nicht kochen kann. Drei realistische Optionen – von kompakt bis leistungsstark:

Option 1: SOTO Amicus – kompakt für Rucksack und zuhause

Der leichteste vollwertige Gaskocher mit Schraubgewinde (81 g). Passt in jeden Notfallrucksack und funktioniert genauso gut auf dem Küchentisch im Blackout. Braucht Schraubkartuschen (z.B. Primus Power Gas).

SOTO Amicus Gaskocher

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81 g, 3.260 W, kocht 1 Liter in ~4,5 Min. Passt in jede Jackentasche – taugt für Rucksack und Zuhause gleichermaßen.

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Kartuschenkalkulation: Eine 450-g-Kartusche reicht für ~3–4 Stunden Kochzeit. Für 14 Tage (täglich 30 Minuten kochen) braucht man 2–3 Kartuschen. Wichtig: Kartuschen kühl und belüftet lagern.

Option 2: Campingaz Camp’Bistro 3 – die Heimlösung

Größere Kochleistung, stabiler Stand, inklusive Tragetasche – ideal als fester Backup-Kocher für zuhause. Verwendet Campingaz-Bajonett-Kartuschen (kein Schraubgewinde).

Campingaz Camp'Bistro 3 Gaskocher mit Koffer

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2.200 W, Piezo-Zündung, stabiler Topfträger, Tragekoffer inklusive. Die Heimlösung für größere Töpfe und längeres Kochen.

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Option 3: Esbit Taschenkocher

Das ultraminimale Backup für den Rucksack oder als letzte Reserve. Kein Gas, keine Kartusche – nur Trockenbrenntabletten, die 10+ Jahre halten.

Esbit Taschenkocher Standard inkl. 6×14g Tabs

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Klappkocher aus verzinktem Stahl, 180 g. Tabletten halten 10+ Jahre und kochen 500 ml in ~8 Minuten – kein flüssiger Brennstoff, keine Gaskartusche.

Nachteil: Nur für kleine Mengen geeignet (bis ~500 ml), langsamer als Gas, starker Geruch.

Was beim Kochen ohne Strom außerdem wichtig ist:

  • Draußen kochen oder gut lüften (CO-Vergiftungsgefahr bei Gasgeräten in geschlossenen Räumen)
  • Topf mit passendem Deckel → verkürzt Kochzeit deutlich
  • Thermokochen: Wasser aufkochen, Topf gut einwickeln (Schlafsack, Decken), Pasta/Reis weiterquellen lassen – spart bis zu 70 % der Gasmenge

# Was sonst noch sinnvoll ist

Multivitaminpräparate – bei einem monatelangen Vorrat aus Trockenwaren und Konserven fehlen frische Vitamine. Einfache Multivitamintabletten (z.B. 200-Stück-Packung) für ~10 € schließen diese Lücke.

Gewürze und Saucen – langer MHD, machen den Unterschied zwischen tolerierbarer und angenehmer Notfallernährung. Salz, Pfeffer, Chili, Paprika, Kumin, Knoblauchpulver, Sojasauce, Tabasco.

Backzutaten – wer einen Holzkohlengrill oder Campingkocher hat: Brot backen ist mit Mehl, Hefe, Salz und Wasser möglich. Hefetrockenpulver hält 2–3 Jahre. Backpulver (für Fladenbrot ohne Wartezeit) hält noch länger.

Komfort-Nahrung – unterschätzt. Schokolade, Gebäck, Chips, Lieblingstee – im Notfall ist die Moral so wichtig wie Kalorien. Der Vorrat muss nicht nur funktionieren, er muss auch getragen werden.

Spezialbedarf berücksichtigen:

  • Säuglingsnahrung (falls Kleinkinder im Haushalt)
  • Diätetische Produkte (Glutenfrei, Laktosefrei etc.)
  • Tiernahrung für Haustiere
  • Babynahrung und Snacks für Kleinkinder

# Quick-Start: Wie du heute anfängst

Der schnellste Weg zum ersten Vorrat – beim nächsten Einkauf:

  1. +2 Packungen Pasta oder Reis (je 500g)
  2. +4 Konserven (Thunfisch, Linsen, Tomaten, Bohnen)
  3. +1 Glas Erdnussbutter
  4. +1 Packung Nüsse

Das reicht für ~3 Tage, eine Person. Beim übernächsten Einkauf dasselbe. Nach vier Einkäufen hast du zwei Wochen Vorrat aufgebaut, ohne einmal extra shoppen gegangen zu sein.


Wie lange halten Pasta und Reis wirklich?

Weißer Reis in luftdichter, kühler Lagerung (unter 15 °C): 10–30 Jahre. Pasta in Originalverpackung: 3–5 Jahre laut Aufdruck, tatsächlich deutlich länger wenn trocken. Der MHD ist kein Verfallsdatum – er ist ein Qualitätshinweis. Gut gelagerter Reis ist nach 10 Jahren noch sicher essbar, verliert aber Aroma.

Brauche ich einen Vakuumierer für den Vorrat?

Nein. Originale Verpackungen und zusätzliche luftdichte Kunststoffbehälter reichen für die meisten Zeithorizonte. Vakuumieren verlängert die Haltbarkeit weiter – aber für 3-Monats-Vorräte ist es kein Muss, erst ab mehrjähriger Lagerung relevant.

Was ist mit Wasser für das Kochen?

Alles, was man kocht, braucht auch Wasser. Pasta: ~1 Liter pro 100g. Reis: ~300 ml pro 100g. Linsen: ~500 ml pro 100g eingeweicht. Das ist zusätzlich zum Trinkwasservorrat zu planen. Im Idealfall getrennte Kanister für Kochwasser und Trinkwasser. Mehr dazu: → Wasservorrat anlegen

Wie füge ich den Lebensmittelvorrat in meine Gesamtvorsorge ein?

Der Lebensmittelvorrat ist eine von mehreren Säulen. Weitere Grundlagen: ein Notfallplan für Zuhause mit klaren Abläufen, ein Wasservorrat für 10–14 Tage, ein gepackter Notfallrucksack für den Fall einer Evakuierung – und wer noch ganz am Anfang steht: → Vorsorge für Einsteiger: Wo fange ich an?

Sind Konserven wirklich so lange haltbar?

Industriell versiegelte Konserven sind bei richtiger Lagerung (kühl, dunkel, keine mechanischen Schäden) oft 5–10 Jahre haltbar – weit über den MHD hinaus. Ausnahme: aufgebeuelte oder verrostete Dosen sofort wegwerfen (Botulismus-Risiko). Konserven mit sichtbaren Dellen an der Seite oder Deckel: OK. Dellen an Naht oder Ausbeulung: sofort entsorgen.

Wie plane ich den Vorrat für Kinder unter 3 Jahren?

Kleinkinder unter 3 brauchen spezifische Nahrung (Säuglingsnahrung, Brei, Fingerfood je nach Alter). Diese hat kürzere MHDs und muss separat vorgehalten werden. Für Säuglinge: Pulvernahrung mit längerem MHD (6–12 Monate) bevorraten und regelmäßig rotieren.

Ist ein 3-Monats-Vorrat nicht übertrieben?

Das kommt auf das Szenario an. 3 Monate decken: Lieferkettenkrise, längere Erkrankung (kein Einkaufen möglich), Jobverlust (Überbrückung bis Unterstützung greift), schwere regionale Naturkatastrophe. In Deutschland ist das eher das Worst-Case-Szenario – aber 14 Tage sollten das Ziel für jeden Haushalt sein.

Anja & Marco Bullin

Seit 2014 beschäftigen wir uns mit Outdoor-Ausrüstung und Vorsorge. Wir empfehlen nur, was wir selbst nutzen oder nach eingehender Recherche wirklich für gut befinden – auf mehrtägigen Trekkingtouren, im Alltag und im Notfallrucksack. Mehr über uns →

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