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Notfallrucksack packen: Was wirklich rein muss

Geöffneter Notfallrucksack mit Ausrüstung auf einem Holztisch
Schwierigkeit Einsteiger
Dauer 15 Min. lesen
Materialien Rucksack 25–40 L, Packliste aus diesem Artikel

# Das 72-Stunden-Prinzip

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und die US-Behörde FEMA sind sich einig: Die kritische Phase nach einem Großschadenereignis dauert 72 Stunden. So lange dauert es typischerweise, bis staatliche Hilfe flächendeckend ankommt – Rettungsdienste überlastet sind, Supermärkte geplündert wurden, Tankstellen kein Benzin mehr haben.

In diesen ersten drei Tagen bist du auf dich gestellt. Wer einen gepackten Rucksack hat, kann sofort handeln: evakuieren, zu Verwandten fahren, sich an einem sicheren Ort einrichten. Wer keinen hat, improvisiert unter Druck – und trifft schlechtere Entscheidungen.

Der Notfallrucksack ist kein Survival-Fetisch. Er ist eine pragmatische Vorbereitung auf das, was wirklich passieren kann: Hochwasser, Blackout, Chemieunfall, Waldbrand. In Deutschland ist keines dieser Szenarien hypothetisch.


# Die richtige Größe

25–35 Liter für eine einzelne Person ist der Sweetspot. Groß genug für drei Tage, klein genug, dass man ihn tatsächlich tragen kann.

Ab 40 Litern wird’s schwer – und ein zu schwerer Rucksack ist ein Sicherheitsrisiko, kein Vorteil. Wer für zwei Personen packt, nimmt besser zwei Rucksäcke à 25–30 Liter als einen einzigen überschweren Klotz, den am Ende nur einer tragen kann.

Worauf es beim Rucksack ankommt:

Robustes Material (500D–1000D Nylon oder Cordura) mit verschweißten Nähten. Gepolstertes Rückensystem mit Hüftgurt – bei allem über 8 kg Pflicht. Wasserabweisende Oberfläche oder integrierter Regenschutz. Viele Außentaschen für schnellen Zugriff auf Taschenlampe, Pfeife und Erste Hilfe.

Für den Vergleich konkreter Modelle: → Notfallrucksäcke im Vergleich


# Wasser und Aufbereitung

Wasser ist die kritischste Ressource – und gleichzeitig das schwerste Item. 2 Liter pro Person und Tag als Minimum, 3 Liter bei körperlicher Aktivität oder Hitze. Für 72 Stunden also 6–9 Liter pro Person. Rein als Flaschen eingepackt wären das 6–9 kg, nur fürs Wasser.

Die smarte Lösung: 3-fache Redundanz – Vorrat, Filter, Tabletten.

Im Rucksack immer:

  • 1–2 Liter sofort trinkbares Wasser in einer robusten Flasche
  • Kompakter Wasserfilter für Nachschub aus natürlichen Quellen
  • Wasseraufbereitungstabletten als Backup (kaum Gewicht, lange Haltbarkeit)
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Einwandige Edelstahl-Trinkflasche – BPA-frei, robust, im Notfall zum Wasserkochen geeignet.

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Der Klean Kanteen ist eine Edelstahlflasche, die sich direkt über dem Feuer erhitzen lässt – als letztes Mittel zur Desinfektion, wenn kein Filter und keine Tabletten mehr verfügbar sind. Der Sawyer Squeeze filtert zuverlässig Bakterien und Protozoen aus natürlichen Gewässern – für die meisten Outdoor-Szenarien in Mitteleuropa ausreichend. Gegen Viren ist ein normaler Outdoor-Mikrofilter wie der Sawyer Squeeze nicht die richtige Lösung; hierfür sind chemische Aufbereitung (z.B. Micropur Forte) oder Abkochen notwendig. Micropur Forte Tabletten sind daher nicht nur Ausfallsicherung für den Fall, dass der Filter beschädigt ist – sie schließen auch diese Lücke.

Mehr zur Wasseraufbereitung im Detail: → Wasser aufbereiten in der Wildnis


# Nahrung

Kalorisch gesehen braucht ein Erwachsener unter Stress und körperlicher Belastung 2.000–2.500 kcal pro Tag. Für 72 Stunden sind das 6.000–7.500 kcal. Das klingt nach viel – aber ein Liter Nüsse liefert ~5.000 kcal bei weniger als 500 g Gewicht.

Kriterien für Notfallnahrung:

  • Lange Haltbarkeit (mind. 1 Jahr, besser 2–5 Jahre)
  • Kein oder wenig Wasser für die Zubereitung nötig
  • Kalorisch dicht (viel Energie pro Gramm)
  • Kein Kühlen erforderlich

Bewährter Mix für 3 Tage / Person:

  • 500 g gemischte Nüsse (~3.000 kcal, hält 6–12 Monate)
  • 400 g Trockenfrüchte / Datteln (~1.000 kcal)
  • 6–8 Energieriegel (~1.500 kcal, hält 1–2 Jahre)
  • 2–3 Päckchen Instantsuppe oder Brühe (Wärme, Salz, Kalorien)
  • 1 Dose Fisch/Fleisch (Protein, kein Wasser nötig)
  • Kleiner manueller Dosenöffner (oft vergessen!)

Optional – für die Moral:

  • 5–10 Teebeutel (kaum Gewicht, enorme Wirkung auf die Stimmung)
  • Instant-Kaffee in Einzelportionen (z. B. Nescafé Sticks)

Wer warme Suppe, Tee oder Kaffee kochen will, braucht eine Wärmequelle. Ein Esbit-Taschenkocher ist dafür die einfachste, zuverlässigste Lösung im Notfallrucksack: keine Gaskartusche, kein flüssiger Brennstoff, keine Pumpe, keine Wartung – nichts, was im Rucksack lecken kann. Die Trockenbrenntabletten halten über 10 Jahre und kochen 500 ml Wasser in etwa 8 Minuten.

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Klappkocher aus verzinktem Stahl, 180 g. Tabletten halten 10+ Jahre und kochen 500 ml in ~8 Minuten – kein flüssiger Brennstoff, keine Gaskartusche.

Finger weg von schweren Konserven mit viel Flüssigkeitsanteil (Spaghetti in Sauce, Ravioli). Das Verhältnis Kalorien zu Gewicht ist schlecht. Riegel, Nüsse und Trockenfrüchte sind kalorisch effizienter.


# Licht

Im Stromausfall ist Dunkelheit kein theoretisches Problem – sie ist eine ernste Gefahr. Unfälle, Panik, Orientierungsverlust. Licht ist nach Wasser das dringendste Grundbedürfnis.

Zwei-Lampen-Regel: Immer eine Stirnlampe (Hände frei) und eine Taschenlampe. Unterschiedliche Batterietypen sind ein Vorteil – wenn ein System leer ist, kann man beim anderen Reserven verwenden.

Warum AA-Batterien? Weil sie in jedem Supermarkt, jedem Kiosk und jeder Schublade vorhanden sind. Akkus, die auf proprietäre Ladeeinheiten angewiesen sind, versagen genau dann, wenn kein Strom da ist.

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300-Lumen-Stirnlampe mit 3× AAA oder Core-Akku (HYBRID CONCEPT) – leicht, günstig, zuverlässig.

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550-Lumen-EDC-Lampe mit CRI 90+, AA-Batterie oder Akku, IP68 – außergewöhnliche Farbwiedergabe.

Die Petzl Tikkina läuft auf Standard-AAA, ist kompakt, leicht und günstig. Der Acebeam Pokelit AA ist das kompakteste AA-EDC-Licht auf dem Markt: IP68, 550 Lumen, passt in jede Jackentasche.

Außerdem: Wachskerzen + Feuerzeug als dritte Lichtstufe für ruhige Nächte im Lager. Kein UV, kein Batterieverschleiß, kaum Gewicht.


# Kommunikation und Information

Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, gibt es zwei Kanäle, die zuverlässig funktionieren: PMR-Funk für die direkte Kommunikation in der Gruppe, UKW/DAB-Radio für offizielle Lageinformationen.

# Notfalldurchsagen empfangen

Öffentlich-rechtliche Sender (ARD, Deutschlandradio) senden im Katastrophenfall Lageinformationen und Anweisungen – auch wenn Internet und Mobilfunk ausgefallen sind. Das ist buchstäblich der Informationskanal, den Behörden für Notfälle vorgesehen haben. Ein Gerät mit DAB+ und UKW, Handkurbel und Solar macht diesen Kanal strom­unabhängig.

Meaqool Kurbelradio DAB+/FM

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Notfallradio mit DAB+/FM, Solar, Handkurbel, USB-C und 5.000-mAh-Akku. Empfängt öffentlich-rechtliche Notfalldurchsagen auch ohne Strom.

Das Meaqool Kurbelradio hat DAB+/FM, einen 5.000-mAh-Akku, Solar-Ladefläche, Handkurbel, USB-C und IPX4-Schutz. Mit 4.409 Bewertungen auf Amazon.de eines der meistgekauften Notfallradios – und das zu Recht. Wichtig beim Kauf: DAB+ (nicht nur FM) ist in Deutschland der digitale Rundfunkstandard und liefert bei schlechtem Empfang deutlich stabilere Qualität.

# Direkte Kommunikation

Für die Kommunikation innerhalb der Gruppe oder mit Nachbarn im direkten Umfeld ist ein PMR446-Gerät die einfachste Lösung – keine Lizenz, sofort einsatzbereit.

Midland G9 Pro

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PMR446-Walkie-Talkie – lizenzfrei, IPX4, AA-Batterien (4 Stück beiliegend), bis 12 km. Einzelgerät, für Kommunikation 2 benötigt.

Mehr zu Funk im Notfall: → Funkgeräte im Vergleich


# Erste Hilfe

Ein Erste-Hilfe-Set im Notfallrucksack muss zwei Anforderungen erfüllen: kompakt genug, um keinen Platz zu verschwenden – und vollständig genug, um echte Verletzungen zu versorgen.

Fertig zusammengestellte Sets sind die praktischere Wahl als selbst zusammengestellte Kits, weil sie CE-zertifiziert und aufeinander abgestimmt sind. Zwei Empfehlungen für unterschiedliche Budgets:

Lifesystems Pocket First Aid Kit

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Kompaktes Outdoor-Erste-Hilfe-Set (180 g) mit Pflastern, Verbänden, Schere, Pinzette und Wundauflagen – CE-zertifiziert, für Rucksack und Reise.

Rhino Rescue Erste-Hilfe-Set

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Ultraleichtes, wasserdichtes Erste-Hilfe-Set für Wandern, Radfahren und Reisen.

Das Lifesystems Pocket Kit (806 Bewertungen, 4.6 Sterne) wiegt nur 180 g und passt in jede Außentasche. Das Rhino Rescue Set ist etwas umfangreicher und günstiger – gut als Basisausstattung, die man nach Bedarf ergänzt.

Zusätzlich immer einpacken (nicht im Standard-Set enthalten):

  • Persönliche Medikamente (Schmerzstiller, Blutdruckmittel, Antihistaminika) in ausreichender Menge für mindestens 7 Tage
  • Brille/Kontaktlinsen und Pflegemittel
  • Desinfektionsmittel (Händedesinfektion)
  • Latex- oder Nitrilhandschuhe (mind. 2 Paar)
  • Notfallmedikament wenn vorhanden (Epipen, Asthma-Inhalator etc.)

# Wärme und Schutz

Unterkühlung tötet schneller als Hunger. Eine Rettungsdecke reflektiert bis zu 90 % der Körperwärme und wiegt weniger als 50 g. Es gibt keinen Grund, sie nicht im Rucksack zu haben.

FLEXEO Rettungsdecken 10er-Pack

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10 Rettungsdecken (210×160 cm) – reflektieren 90 % Körperwärme, wasserdicht, winddicht. Für Rucksack, Auto und Erste-Hilfe-Kit.

Das 10er-Pack für ~11 € bedeutet: eine im Rucksack, eine im Auto, eine im Erste-Hilfe-Kit, Reste für Familienmitglieder. Die FLEXEO-Decken sind 210×160 cm groß – ausreichend für Erwachsene – und einzeln verpackt.

Zusätzlich je nach Szenario:

  • Regenponcho (20–30 g, wichtiger als viele denken: Nässe + Wind = Unterkühlung in Minuten)
  • Leichter Schlafsack oder Wolldecke (wenn man Platz hat)
  • Wechselkleidung + Ersatzsocken (feuchte Füße werden nach 6 Stunden zum ernsten Problem)
  • Ersatz-Schuhe oder wenigstens Wandersandalen

# Werkzeug und Feuer

Multitool oder Taschenmesser sind unverzichtbar – zum Öffnen von Verpackungen, Schneiden von Leinen, Reparieren von Ausrüstung, Zubereiten von Nahrung. Ein gutes Multitool vereint Messer, Zange, Schraubenzieher und Säge in einem Werkzeug.

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18-in-1 Multi-Tool aus Edelstahl – der Allrounder für EDC, Outdoor und Werkstatt.

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Schweizer Taschenmesser mit Alox-Schalen – 8 Funktionen, 93 mm, robust und alltagstauglich.

Wer leichter und günstiger will: Der Victorinox Pioneer Alox (~27 €) ist klassisches Schweizer Handwerk – kein Spielzeug, sondern ein tatsächliches Arbeitsmesser. Wer mehr Funktionen braucht, greift zum Leatherman Wave+.

Feuer: BIC-Feuerzeug als Primärquelle. Feuerstahl als Backup (arbeitet nass, gefroren, nach Jahren im Rucksack). Beide kosten kaum Gewicht.

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Weitere wichtige Werkzeuge:

  • Duct Tape (10 Lagen um einen Stift gewickelt spart Platz, klebt alles)
  • Kabelbinder (5–10 Stück, vielseitig einsetzbar)
  • Paracord (5–10 m: Zelt aufspannen, Wäsche aufhängen, Sicherungsleine)
  • Pfeifenmesser oder Dosenöffner

Im Notfall – Evakuierung, Ausweichroute, Treffpunkt – kann GPS-Ausfall einen entscheidenden Unterschied machen. Topografische Karte der eigenen Region plus Kompass sind das Mindeste.

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Klassischer Peilkompass mit transparenter Basisplatte, drehbarer Kapsel und Maßstabslinien – robust, schnell einschwingend, seit Jahrzehnten bewährt.

Die Karte für die eigene Region liegt beim Landesvermessungsamt. Den Haupttreffpunkt für die Familie (mit Koordinaten) auf der Karte markieren und laminierten Zettel mit dem Plan in den Rucksack legen.

Mehr zu Karte und Kompass: → Navigation ohne GPS


# Dokumente und Bargeld

Das am häufigsten unterschätzte Kapitel. Im Notfall – Evakuierung, Krankenhausaufnahme, Grenzübergang – braucht man Dokumente. Und wenn Kartenterminals nicht funktionieren, braucht man Bargeld.

Was rein muss (Kopien, nicht Originale):

  • Personalausweis / Reisepass (Fotokopie + digitale Kopie auf USB-Stick)
  • Krankenversicherungskarte (Fotokopie)
  • Wichtige Versicherungspolicen
  • Medikationsplan falls vorhanden
  • Liste wichtiger Telefonnummern (ausgedruckt – ohne Strom kein Kontaktbuch)
  • Notfallkontakte und Treffpunkt für die Familie

Bargeld: Mindestens 100–200 € in kleinen Scheinen. Bei Blackout funktionieren keine Kartenterminals, kein Geldautomat, keine Online-Überweisung. Bargeld ist in solchen Situationen das einzige Zahlungsmittel.

Alles in einer wasserdichten Hülle aufbewahren – ein einfacher Zip-Lock-Beutel oder eine dedizierte Dokumententasche.


# Hygiene

Hygiene im Notfall ist kein Luxus – es ist Infektionsprävention. Schmutzige Hände übertragen Durchfallerreger, die in einer Katastrophenlage schnell lebensbedrohlich werden können.

Das Minimum:

  • Händedesinfektionsmittel (60-ml-Flasche reicht für 3 Tage)
  • Feuchttücher / Wet Wipes (ohne Wasser reinigen)
  • Zahnbürste + Minizahnpasta
  • Toilettenpapier (zusammengedrückt in Zip-Lock)
  • Damenhygiene falls relevant
  • Kleines Handtuch (Mikrofaser, trocknet schnell)

# Signalisierung

Eine Pfeife ist leichter als eine Taschenlampe, lauter als die menschliche Stimme und funktioniert unter Trümmern, wenn Schreien nicht mehr geht. Sie kostet nichts, wiegt nichts – und sie sollte an jeder Jacke, jedem Rucksack und jeder Schwimmweste hängen.

Fox 40 Classic Signalpfeife

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Pfeilenlose Signalpfeife mit bis zu 115 dB – kein Einfrieren, kein Verstopfen. Standard in Rettungsdienst und Outdoor weltweit.

Die Fox 40 Classic hat keine Kugel im Inneren, friert deshalb bei Minusgraden nicht ein und verstopft nicht durch Schmutz. Mit 115 dB ist sie lauter als die meisten anderen Pfeifen. Standard in Rettungsdienst, Feuerwehr und Seenotrettung – nicht zufällig.

Ergänzend: Kleiner Signalspiegel (5 g, im Sonnenlicht auf 50 km sichtbar), rotes Blinklicht für Nacht-Signalisierung.


# Persönliche Extras

Jede Person, jede Familie hat andere Bedürfnisse. Was zusätzlich eingepackt werden sollte:

Mit Kindern: Snacks, die die Kinder kennen und mögen (Stress senken). Kleines Spielzeug oder Buch. Windeln und Feuchttücher in ausreichender Menge.

Mit Haustieren: Futter für 3 Tage, Wassernapf, Leine, Impfpass-Kopie, Medikamente.

Mit älteren Menschen oder Pflegebedarf: Alle Medikamente für 7+ Tage (nicht 3 – Apotheken können geschlossen sein). Hilfsmittel (Hörgerät-Batterien, Brillen-Ersatz).

Für alle: Power Bank mit ausreichend Kapazität, damit das Smartphone für 1–2 Tage geladen bleibt. Nicht für Social Media – für Notfallbenachrichtigungen der NINA-App.

Anker Zolo Power Bank 10.000 mAh

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Kompakte 10.000-mAh-Powerbank mit integriertem USB-C-Kabel – 30 W Schnellladung.


# Wartung und Rotation

Ein einmal gepackter Rucksack, der jahrelang im Keller steht, ist eine Illusion von Sicherheit. Batterien entladen sich, Lebensmittel laufen ab, Medikamente verlieren ihre Wirksamkeit.

Einmal im Jahr komplett überprüfen:

Alle Lebensmittel auf Ablaufdatum kontrollieren. Batterien tauschen oder laden. Wasserfilter auf Verschleiß prüfen (Sawyer-Filter alle 2 Jahre oder nach 400.000 Litern austauschen). Kleidung auf Passform und Saison prüfen. Medikamente erneuern. Bargeld auf Vollständigkeit prüfen.

Termin setzen: Viele machen das am 1. Januar oder am Sommerzeit-Wechsel – irgendeinen fixen Tag im Kalender wählen und dranbleiben.


Wie schwer darf ein Notfallrucksack maximal sein?

Als Faustregel gilt: nicht mehr als 15–20 % des eigenen Körpergewichts. Bei 70 kg also maximal 10–14 kg. Ein voll ausgestatteter 72-Stunden-Rucksack für eine Person landet realistisch bei 8–12 kg. Wer den Rucksack für mehrere Personen packt, nimmt besser zwei leichtere Rucksäcke statt einem schweren.

Wie viel Wasser muss ich einpacken?

Behörden empfehlen 2 Liter pro Person und Tag als Minimum – 6 Liter für 72 Stunden. Wasser ist schwer (1 kg/Liter), deshalb kombinierter Ansatz: 2–3 Liter sofort verfügbar plus Wasserfilter und Aufbereitungstabletten für die Versorgung unterwegs.

Muss ich Lebensmittel im Rucksack regelmäßig austauschen?

Ja. Energieriegel und Trockenfrüchte halten 1–2 Jahre, Nüsse 6–12 Monate. Den Rucksack einmal jährlich komplett ausräumen, alles mit Ablaufdatum prüfen und ersetzen, Batterien und Akkus laden.

Brauche ich einen speziellen Notfallrucksack oder reicht jeder Rucksack?

Jeder solide Rucksack in der richtigen Größe funktioniert. Wichtig: robustes Material, reißfeste Nähte, gute Gurte. Ein Wanderrucksack von Osprey oder Deuter ist oft besser als ein billiger taktischer – weil Ergonomie und Hüftgurt stimmen.

Soll ich für die ganze Familie in einem Rucksack packen oder pro Person?

Empfehlung: ein Hauptrucksack mit dem Großteil der Ausrüstung plus kleinere persönliche Taschen für jedes Mitglied mit Wasser, Taschenlampe, Pfeife und persönlichen Medikamenten. So ist jeder auch bei Trennung grundversorgt.

Was kommt an die Außentasche für sofortigen Zugriff?

Stirnlampe oder Taschenlampe, Signalpfeife, Erste-Hilfe-Kit, Wasserflasche, Mobiltelefon/Powerbank. Im Notfall will man nicht den ganzen Rucksack ausräumen, um an die wichtigsten Dinge zu kommen.

Wie lange hält ein 72-Stunden-Rucksack wirklich?

Genau 3 Tage – die kritische Phase, bis staatliche Hilfe ankommt. BBK und FEMA nennen das die Mindestempfehlung. Erfahrene Prepper packen für 7–14 Tage. Ein 72-Stunden-Rucksack ist der erste Schritt, kein Endpunkt.


# Fazit

Ein Notfallrucksack ist nicht fertig, wenn man alle Items einmal zusammengeworfen hat. Er ist fertig, wenn jedes Fach seinen Platz hat, jedes Ablaufdatum bekannt ist und jedes Familienmitglied weiß, wo der Rucksack steht und was drin ist.

Das klingt nach Aufwand. Es ist aber ein Nachmittag Arbeit – einmal – und danach eine Stunde pro Jahr zum Prüfen. Für drei Tage Unabhängigkeit von Infrastruktur, die wir täglich als selbstverständlich betrachten.

Pack den Rucksack. Dann steht er bereit – und du kannst aufhören, dir Sorgen zu machen.

Anja & Marco Bullin

Seit 2014 beschäftigen wir uns mit Outdoor-Ausrüstung und Vorsorge. Wir empfehlen nur, was wir selbst nutzen oder nach eingehender Recherche wirklich für gut befinden – auf mehrtägigen Trekkingtouren, im Alltag und im Notfallrucksack. Mehr über uns →

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